Festival

Woodstock

On the Rocks

Ziemlich sicher ziemlich cool

Winter-Woodstock:
Blasmusik on the rocks.

„What a lovely place“, meinte Anfang der 1920er Jahre der britische Blasmusikfan Winston Spencer nach seinem ersten Winterfrühschoppen im tirolerischen Kirchberg. So begeistert war er, dass er zu Ehren der Gastgeber gar seinen Nachnamen um jene freie Übersetzung ergänzte, mit der er letztlich zu Weltruhm gelangen sollte. Als Winston Spencer-Churchhill (das zweite Binnen-H fiel der damaligen Papier- und Tuscheknappheit zum Opfer) ging er in die Politik. Der Rest ist Geschichte.

Eine Geschichte, die mit dem „Winter-Woodstock der Blasmusik“ an und für sich nix zu tun hat. Jedoch macht dieses Wissen die Gemeinde Kirchberg in Tirol umso bedeutsamer und geschichtsträchtiger. Genau das richtige Fleckchen Erde also, um das „Woodstock der Blasmusik“ auch in den Winter und in die Berge zu carven. Dabei ist Kirchberg neben Brixen und Westendorf nur eine von gleich drei Gemeinden, die Schauplatz des blasmusikalischen Spektakels sein werden.

Drei Gemeinden. Ein Festival.

Um es auf den Berg zu bringen. Die Kitzbüheler Alpen an sich sind es, die gehörig erzittern werden. Und mit ihnen etliche urige Skihütten, diverse Apres-Ski-Etablissements sowie die modern-mondäne Talstation. Letztere thront in der Gemeinde Brixen, die ihrerseits ebenfalls über einen Bezug zum Vereinigten Königreich verfügt. Erledigt man nämlich dort seine Notdurft – tritt also quasi aus – so macht man dort den berühmten „Brixit“. Eine uralte illyrische Wortschöpfung, die die Briten erst vor kurzem für ihre produktiven Europamaßnahmen entlehnt und abgewandelt haben.

Wer dann auch noch Westendorf wie seine Westentasche kennt, weiß ziemlich genau, dass hier in puncto Stimmung und Kulisse nichts schief gehen kann. Und so freuen sich Simon Ertl und sein Woodstock-Team umso mehr, dass man im freundschaftlichen Schulterschluss mit sämtlichen Tourismus- und Bergbahnbetreibern ein völlig neues Konzept realisieren kann. Blasmusik on the rocks, wenn man so will. Winter-Woodstock eben.

Ski. Und Schnee. Und schene Musi.

„Von Musikern für Musiker“, so ist auch hier das grundlegende Motto. Oder noch einfacher: „Von g´schickten Leuten für g´schickte Leute“. Und so hat man es sich zum Ziel gesetzt, eben die Musik, die am besten in die herrliche Berglandschaft passt, entsprechend hochleben zu lassen. Klassische und moderne Blasmusik, urechte Volks- und Tanzlmusik aber auch den einen oder anderen Partykracher, der zu vorgerückter Stunde den Instrumenten entlockt werden wird.

Auf jeden Fall freuen sich alle Beteiligten schon jetzt auf eine (hoffentliche gelungene) Erstauflage von Europas größtem Blasmusikfestival in verschneiten Gefielden. Langweilig wirds ganz sicher nicht. Denn dass sich hier tagsüber jeder Gast sein fettes Rahmenprogramm selbst zusammenstellen kann, ist sonnenklar. 215 Pistenkilometer und 54 modern-komfortable Gondeln wie Lifte sind mehr als eine Ansage. Sir Winston kann ein Lied davon blasen…